Die Poesie der Empfänglichkeit

Veröffentlicht am 11. Juli 2026 um 09:00

Es gibt Momente, die so leise sind, dass man sie fast überhören könnte. Und doch bleiben sie — wie ein zarter Abdruck auf der Haut, ein Hauch von Nähe, der sich nur zeigt, wenn man offen ist für das Unscheinbare, das uns berührt.

Es sind die Tage, an denen ich nichts suche und trotzdem etwas finde. Nicht laut, nicht sichtbar, nur ein Moment, der mich berührt, als wüsste er, dass ich gerade offen bin für das, was sich nicht erklären lässt.

Ich lebe im Übergang, sortiere, räume, werfe weg, mache Platz für etwas, das noch keinen Namen hat. Und gerade in dieser Leere werde ich empfänglich für die kleinen Zärtlichkeiten, die nicht alltäglich sind.

Manchmal ist es nur ein Stups auf den sensiblen Bereich zwischen Nase und Oberlippe, so leicht, dass er fast vergeht, so zart, dass er sich in die Haut schreibt, ohne Spuren zu hinterlassen.
Ein Moment, der sagt:

Wach auf, meine Liebe. Der Tag hat begonnen.

Es gibt Augenblicke, in denen ich spüre, dass etwas mit mir geht — nicht sichtbar, nicht benennbar, nur ein leiser Strom, der mich hält, während ich mich bewege.

Vielleicht gehört es zu dieser Empfänglichkeit, dass ich mich begleitet fühle für das, was kommt, für das, was noch keinen Umriss hat. Als würde etwas neben mir stehen, geduldig, unaufdringlich, bereit, sich zu zeigen, wenn ich bereit bin zu sehen.

In solchen Momenten wird das Unsichtbare nah. Nicht als Gestalt, sondern als Atmosphäre, als feines Wissen in der Tiefe meiner Haut, dass ich nicht allein durch diesen Übergang gehe.

Solche Berührungen sind schnell vergessen und bleiben doch. Vielleicht, weil sie mich erinnern an etwas in mir, das leise ist und trotzdem stark. Etwas, das mich weckt, wenn ich selbst noch zwischen den Welten liege. Etwas, das mich erinnern möchte.

Auch wenn Ich nicht weiß, woher solche Zärtlichkeiten kommen, ahne ich ihren himmlischen Ursprung. Ich bin mir bewusst, dass ich sie spüre. Und dass sie mich finden, wenn ich offen bin für das Unscheinbare, das mich trägt.

Und dann bleibt etwas — ein leiser Schimmer, der sich nicht erklären muss. Ein stilles Wissen, das in mir nachglüht, lange nachdem der Moment vergangen ist.

 

Die Poesie der Empfänglichkeit für die himmlische Macht

Ein Hauch von Zärtlichkeit, der mich findet, wenn ich offen bin für das Unscheinbare, das mich trägt.

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